Heizung Altbau




Heizung im Altbau als Brennwert und Fußbodenheizung mit weniger Gasverbrauch oder als Wärmepumpe mit weniger Energieverbrauch durch Erdwärme möglich
Wärmebedarf für das Heizen über Heizkörper unter Berücksichtigung der Energieeinsparverordnung EnEV erstellen

Die Sanierung bzw. Erneuerung der Heizungsanlage ist bei einer Altbausanierung in der Regel höchste Zeit. Meistens sind die Heizungsanlagen schon 2 Jahrzehnte oder länger ohne Modernisierungen in Betrieb. Wichtig ist vor allem die Erneuerung des Wärmeerzeugers, also des Heizungskessels. Der Wirkungsgrad eines alten Heizkessel liegt gegenüber einem modernen Heizkessel oft 15 bis 25% niedriger und der Gasverbrauch an teurem Brennstoff damit 15 bis 25% höher. Außerdem muss nach der aktuellen Energieeinsparverordnung EnEV der Heizungskessel bzw. die Heizungstherme Mindestanforderungen beim Kohlendioxid - Ausstoß und beim Wirkungsgrad einhalten. Ist dies bei ihrem alten Heizungskessel nicht mehr der Fall, muss er auf alle Fälle gegen einen neuen Heizkessel ausgewechselt werden. Dazu sich immer in der aktuellen Energieeinsparverordnung EnEV vor der Erneuerung und Sanierung der Heizungsanlage informieren. Dort stehen alle notwendigen Eckdaten von Mindestanforderungen, auch für den Altbau, drin.
Wenn eine Heizung schon inklusive der Rohre und Heizkörper mehr als 30 Jahre alt ist, sollte man sich bei einer sowieso stattfindenden Altbausanierung überlegen, das gesamte Heizsystem mit Rohren und Heizkörpern komplett zu erneuern, einschließlich Warmwasserspeicher. Die alten Rohre haben durch fortschreitende Korrosion nicht mehr den gesamten Rohrquerschnitt zur Verfügung, was eine nur noch eingeschränkte Wärmezufuhr über die Vorlaufleitung möglich macht. Die alten Heizkörper sind von ihrem Aufbau und der inneren Verschmutzung her nicht mehr in der Lage, die notwendige effektive Wärmeabgabe zu gewährleisten.

Bei der Auswahl an möglichen Wärmeerzeugern für die Altbausanierung in einem Mehrfamilienhaus sind durch den Wärmebedarf des Hauses Grenzen gesetzt. Während im Einfamilienhaus alle möglichen modernen und alternativen Wärmeerzeuger wie Wärmepumpe mit Erdwärme, Solarheizung, Mini - Blockheizkraftwerk, Brennwert - Heizung oder Holzheizung einsetzbar sind, kommt es bei einem Mehrfamilienhaus auf die Höhe des gesamten Wärmebedarf des Hauses nach den Altbau - Sanierungsmaßnahmen an. Wärmepumpe mit Erdwärme, Blockheizkraftwerk und Holzheizung müssten erst auf die Fähigkeit der Erzeugung von größeren Wärmemengen geprüft werden, ob die Leistung auch für den Wärmebedarf in einem größeren Mehrfamilienhaus ausreicht. Dabei sollte auch eine Kosten - Nutzen - Rechnung auf Wirtschaftlichkeit der Anlagen von einem Energieberater durchgeführt werden. Die Wirtschaftlichkeitsberechnung sollte man immer durchführen, will man ein alternatives Heizsystem verwenden. Fördergelder des Bundes und der Länder stehen für den Einbau von bestimmten energiesparenden Heizungen im Altbau zusätzlich zur Verfügung, was die Wirtschaftlichkeit und die Amortisation von Mehrkosten positiv beeinflusst.




Bild: Schema einer Brennwert - Heizung mit Heizkörper, alternativ auch Fußbodenheizung, zur Senkung vom Gasverbrauch kombiniert mit einer thermischen Solaranlage zur Warmwasser - Erzeugung im Warmwasserspeicher.


Eine Möglichkeit ist der Einbau von einem Gas - Brennwert - Heizkessel. Diese Heizungsart ist von der Investition her sehr viel preisgünstiger gegenüber dem Einbau einer Wärmepumpe mit Erdwärme oder von einem Mini - Blockheizkraftwerk und spart gegenüber einem herkömmlichen und noch in vielen Altbau - Häusern arbeitenden Niedertemperatur - Heizkessel über 10% an Gas ein. Bei der Brennwert - Heizung wird zusätzlich die Abwärme aus dem Abgas des verbrannten Gas entzogen, was eigentlich bei der Niedertemperaturheizung über den Schornstein in die Umwelt abgegeben wird und damit zu einem Wärmeverlust und höheren Gasverbrauch bei der Heizung führt. Dabei entsteht bei der Brennwert - Heizung Kondensat, welches in das allgemeine Abwassernetz eingeführt werden kann. Dazu muss in den meisten Regionen Deutschlands die Wasserbehörde informiert werden, die dann festlegt, ob noch zusätzlich eine Neutralisation des sauren Kondensat durchgeführt werden muss. Die Neutralisation erfolgt dann über Neutralisationspatronen bzw. Neutralisationsanlagen, die vom Hersteller des Brennwertkessel mit angeboten werden. Eine Fußbodenheizung wäre die ideale Ergänzung zum Brennwert - Heizkessel, da die jeweiligen energiesparendsten Temperaturen im Vorlauf / Rücklauf bei 40/30°C liegen. Bei einer Altbau Sanierung könnte es aber sein, das der Fußboden für eine Fußbodenheizung nicht dick genug ist, um die Rohrschlangen der Fußbodenheizung im Fußboden unterbringen zu können. Ein spezieller Fußboden - Aufbau ist aber für eine Fußbodenheizung zwingend nötig, damit die Funktion der Fußbodenheizung vollständig gewährleistet ist.
Will man normale Heizkörper mit einer Brennwertheizung heizen, müssen die Heizkörper um einiges größer sein als beim heizen mit einer Niedertemperaturheizung, da durch die geringere Vorlauftemperatur bei der Brennwertheizung die Heizkörper - Fläche zur Wärmeabgabe und Deckung des Wärmebedarf im Raum vergrößert sein muss.
Kombinieren kann man die Brennwert - Heizung mit einer thermischen Solaranlage zur Senkung des Gasverbrauch. Über Sonnenkollektoren werden die warmen Sonnenstrahlen aufgefangen und die Sonnenwärme wird auf ein flüssiges Medium wie Wasser oder Sole im Sonnenkollektor übertragen. Das Wasser oder die Sole kann dann einen Pufferspeicher oder Warmwasserspeicher im Haus heizen, was vor allem im Sommer eine zeitweise Abschaltung der Brennwert - Heizung und damit eine Einsparung am Gasverbrauch möglich macht. Im Winter wird aber die Warmwassererwärmung im Warmwasserspeicher wenig über die Solarkollektoren möglich sein, dazu ist die Sonnenwärme zum heizen oft zu gering bzw. bei schlechtem Wetter gar nicht zum heizen vorhanden. Hier springt dann der Brennwertkessel zur Erwärmung des Warmwasserspeicher ein.

Will man sein Haus verkaufen oder vermieten, ist neuerdings ein Energiepass für das Haus notwendig. Der Energiepass enthält die Energiedaten des Hauses wie beispielsweise die Höhe vom Gasverbrauch oder den Wärmebedarf des Hauses. Der Energiepass muss von speziell geschulten Fachleuten ausgestellt werden.

 
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